Zur Aufbruchs- und Diebstahlsicherheit von Fahrzeugen mit geschlossenen Aufbauten:
Die vorgeschriebenen Sicherungen von Fahrzeugen gegen unbefugte Benutzung können Einbrüche in Fahrzeuge (gegebenenfalls mit unbefugter Ingangsetzung) nicht verhindern. Im Gegenteil, einschlägige Methoden und Werkzeuge kennen berechtigte und unberechtigte Personen genügend. Das Knacken von Türschlössern in weniger als 10 Sekunden wurde schon im Fernsehen demonstriert. Es gilt also, potentiellen Tätern zu zeigen, daß durch zusätzliche Maßnahmen ein Ein- bzw. Aufbruch erschwert ist, d.h. längere Zeit und bisher unübliche Werkzeuge erfordert.
Zu unterscheiden sind:
a) Abwesenheitsschutz und
b) Anwesenheitsschutz.
Dementsprechend sind die nachfolgend beschriebenen Sicherungseinrichtungen zu kombinieren. Beispielhaft werden die Probleme anhand von Wohnmobilen erläutert; jedoch sind die Grundsätze speziell auch auf leichte Lkw anwebdbar.
1. Außensicherung - zu a): Jedes Fahrzeug benötigt aus Gründen der Verkehrssicherheit mindestens zwei Ausgänge. Die Türe, durch die das Fahrzeug verlassen wird, muß immer von außen gesichert werden. Bei Wohnmobilen ist dies in der Regel die Aufbautüre. m. E. nach gute zusätzliche Sicherungseinrichtung ist hierzu unter dem Namen SAFE DOOR von FIAMMA im Handel.
2. Lenkradsicherung - zu a): Wird die übliche Zugangssicherung gewaltsam überwunden, ist noch die unbefugte Inbetriebnahme zu unterbinden. Nach dem "Knacken" des Kenkradschlossesdarf die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt sein, d. h. es muß noch ein sicheres Lenken möglich sein. Als zusätzliche Sicherung sind verschiedene massive Vorrichtungen auf dem Markt. Eleganter erscheint , das Drehen des Lenkrades mittels eines Seiles, das durch eine Befestigungsöse (z. B. Türgriff oder nachträglich angebrachter Befestigungspunkt) und das Lenkrad geführt wird, zu unterbinden.
3. Fahrerhaustür-Innensicherung - zu a) und b): Als Anwesenheitssicherung, aber auch als Abwesenheitssicherung, bei Fahrzeugen die über zwei Fahrerhaustüren verfügen, bietet sich das Zusammenspannen der Türen an. Das oder die Seile können bei Abwesenheit auch durch das Lenkrad geführt werden; bei Anwesenheitsschutz darf das Lenkrad nicht blockiert werden, ansonsten wäre das Wegfahren im Gefahrenfalle nicht möglich.
4. Aufbautür-Innensicherung - zu b): Die Außensicherung wie unter 1. - gegebenenfalls in Werbindung mit 3. - darf nicht als Anwesenheitsschutz genutzt werden, weil ansonsten der Fluchtweg im Gefahrenfalle blockiert wäre. Die Lösung ist ein zusätzlicher Riegel, der das Öffnen der Türe erschwert. Bei Gewaltanwendung muß mindestens so viel Lärm verurscht werden, daß schlafende Personen gewevkt werden und genügend Reaktionszeit erhalten. Ein hoher Anteil von Wohnmobilen ist mit einer zusätzlichen Fliegenschutztüre ausgerüstet; deshalb muß ein universell verwendbarer Riegel besonders geformt sein.